Hoch-Risiko-Gene für Melanome und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Tumor des Nervensystems und Uvea-Melanome in GenoMEL
Goldstein et al. Cancer Research 2006: 66: (20) October 15, 2006.
Im Rahmen von GenoMEL wurden Blutproben zur Untersuchung von genetischen Veränderungen (Mutationen) gesammelt, die das Risiko für Melanome erhöhen. Es wurden bestimmte Gene, CDKN2A und CDK4, in Blutproben untersucht, die von Melanom-Familien für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt wurden. In GenoMEL wurde auch untersucht, ob das Vorkommen von Mutationen in diesen Genen das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom), Tumore des Nervensystems oder seltene Melanome des Auges (Uvea-Melanome) erhöht.
In dieser Studie wurden 2137 Teilnehmer aus weltweit 466 Familien untersucht. In diesen Familien waren mindestens drei Mitglieder an Melanomen erkrankt.
Insgesamt hatten 41% der Familien in dieser Studie eine dieser Mutationen. Die meisten dieser Mutationen kamen im CDKN2A-Gen vor und betrafen das p16 genannte Protein. Das CDKN2A weist eine sehr ungewöhnliche Besonderheit auf: Mutationen diese Gens können außer dem p16-Protein auch ein anderes, völlig unabhängiges, Protein betreffen, das ARF heißt. Obwohl das ARF-Protein betreffende Mutationen auch in einigen Melanom-Familien gefunden wurden, kamen diese nur sehr selten vor. Gelegentlich wurden auch Mutationen in einem anderen, CDK4 genannten, Gen gefunden, doch diese waren auch selten. Es gab nur fünf Mutationen im CDK4-Gen und sieben Mutationen in dem Teil des CDKN2A-Gens, der ARF betrifft.
Es gab große Unterschiede in Art und Anzahl bestimmter Mutationen, die in verschiedenen geografischen Gebieten gefunden wurden.
Die meisten der untersuchten Familien hatten ein erhöhtes Risiko für Melanome. Mutationen im CDKN2A-Gen erhöhten auch das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs in einigen Familien, aber das Ausmaß dieser Risiko-Erhöhung schwankte zwischen einzelnen Familien. Darüber hinaus gab es auch Schwankungen zwischen verschiedenen Ländern, so dass in den australischen Familien kein erhöhtes Risiko für Pankreaskarzinome gefunden wurde.
Das erhöhte Risiko für Pankreaskarzinome bereitet den betroffenen Familien und GenoMEL Sorge. Es wird hart daran gearbeitet, vorhersagen zu können, welche Familien von diesem erhöhten Risiko betroffen sind. Momentan ist nicht klar, ob das erhöhte Risiko in einigen Familien durch die Art der Mutation oder durch Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren bedingt ist.
Es fand sich kein erhöhtes Risiko für Uvea-Melanome. Die Ergebnisse bezüglich der Tumore des Nervensystems waren weniger eindeutig. Es zeigte sich eine mögliche Beziehung zwischen Tumoren des Nervensystems und Mutationen, die das ARF-Protein betrafen. Es müssen allerdings noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um diesen Zusammenhang verstehen zu können.
Diese GenoMEL-Studie liefert bis dato die ausführlichste Beschreibung von Mutationen in diesen bestimmten Hoch-Risiko-Genen in Familien mit 3 oder mehr Melanom-Erkrankten.
Der Originaltext kann auf der Internetseite von Cancer Research eingesehen werden.
http://cancerres.aacrjournals.org/cgi/content/full/66/20/9818 |